Die Wirklichkeit ist oft ganz anders
  Die Wirklichkeit      ist oft ganz anders

     Wir denken nicht nur an uns

Hilfsorganisation ADRA Deutschland e. V.

seit 06.07.2011

ab 24.06.2025

Der Mensch auf Irrwegen

Die Frage nach Gut und Böse bewegt die Menschen zu allen Zeiten in allen Kulturen. Seit Beginn der Menschheit steht diese Frage im Raum.

 

Es scheint einfacher, das Böse einem Dritten zuzuschreiben, der mir nicht direkt gegenübersteht. Erheblich schwerer ist es, zu seiner eigenen Verantwortung zu stehen. Sie hat mit Beziehung zu tun, beginnend mit der Beziehung zu ihrem Schöpfer.

 

Religionen sind der von Menschen geschaffene Ersatz für eine persönliche Beziehung zu Gott, ihrem Schöpfer. Darum tragen sie auch immer menschliche Züge. Wie kam es aber dazu? Wer die Frage nach der Ursache nicht stellt, wird kaum eine Antwort finden. Darum ist es durchaus interessant, nach dieser Ursache zu forschen.

 

Um eine Antwort zu finden und dabei von einer gemeinsamen Grundlage auszugehen, nehme ich hierzu die Bibel, in der sich Gott, der Schöpfer, mitteilt und den Menschen, wie er in der Bibel dargestellt wird.

 

1. Mose 1,26 - 31

 

Dann sagte Gott: „Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist. Er soll über die ganze Erde verfügen … So schuf Gott den Menschen als sein Ebenbild, als Mann und Frau schuf er sie. Er segnete sie und sprach: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde, und nehmt sie in Besitz! … Ihr dürft die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen; … Dann betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte und es war sehr gut!“

 

Diese erste, grundsätzliche Aussage über den Menschen zeigt, dass Gott den Menschen als sein Gegenüber – sein Ebenbild – geschaffen hatte. Dieser Mensch wurde von Gott gesegnet. Die Erde wurde ihm zum Besitz übertragen. Die ihm zugedachte Ernährung waren die Früchte von Bäumen und Pflanzen.

 

Auch wenn manche Aussagen nichtssagend erscheinen mögen, so haben sie dennoch ihre Bedeutung. Gerade bei der zugedachten Ernährung fällt auf, dass

 

  • dem Menschen nicht zugedacht war, Leben zu zerstören, wie es bei der Ernährung mit Fleisch z. B. unumgänglich ist!

 

  • Außerdem zeigt sich, dass der Mensch in seiner Ernährung nicht in Konkurrenz zu den Tieren treten sollte, da ihm eine andere Ernährung zugedacht war wie diesen.

 

In der späteren Menschheitsgeschichte wird erkennbar, wie vorausschauend Gott bereits bei der Schöpfung zu Werke ging.

 

1. Mose 2,4 b – 25

„Und so ging es weiter, nachdem Gott, der HERR, Himmel und Erde geschaffen hatte: 5 Damals wuchsen noch keine Gräser und Sträucher, denn Gott hatte es noch nicht regnen lassen. Außerdem war niemand da, der den Boden bebauen konnte.“

Im zweiten Kapitel der Bibel geht Gott auf einen Teil seiner zuvor beschriebenen Schöpfung ein. Er beschreibt die näheren Umstände der Schöpfung des Menschen. Wir haben hier also einen Ausschnitt seines Schöpfungswerkes vor uns. Hieraus nehme ich wieder einige Kernaussagen, die die Voraussetzung bilden für die spätere Entwicklung der Menschheitsgeschichte.

 

Gott gestaltet dem Menschen ein Zuhause, das er mit allem ausstattete, was der Mensch zum Glücklichsein benötigte einschließlich seiner Lebensgrundlage, der Ernährung, den Garten Eden (Der Mensch braucht ein Zuhause).

 

Dann gab er dem Menschen eine Aufgabe. Er sollte den Garten bearbeiten und schützen. Hier kommt der Gedanke der Sinnfindung und Verantwortung zum ersten Mal zum Tragen.  

 

Die Ausführungen über den Baum, der Gutes und Böses erkennen lässt macht deutlich, dass der Mensch nicht eine dumpfe Masse Fleisch ist, sondern – wie Gott – ein Entscheidungsträger.

 

„Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, nur nicht von dem Baum, der dich Gut und Böse erkennen lässt. Sobald du davon isst, musst du sterben!“

 

Gott nimmt den Menschen als Persönlichkeit ernst, indem er ihm die Möglichkeit gibt, sich zu entscheiden. Das Bild des Menschen, das Gott hier zeichnet, stellt ein Wesen dar, das sich aus der ganzen Schöpfung dadurch hervorhebt, dass es wie Gott bewusst handeln kann.

 

Die erste Bewährungsprobe, der sich der Mensch stellen muss, wird im dritten Kapitel wiedergegeben.

 

Der Mensch wird vor eine entscheidende Frage gestellt, der er bis heute nicht ausweichen kann:

 

„Hat Gott wirklich gesagt, dass …“ (1. Mose 3,1)

 

Es fällt auf, dass die Frage nicht nach etwas Verbotenem gestellt wird, sondern dass etwas Selbstverständliches in Frage gestellt wird. Hierdurch wird der Boden bereitet für den Frontalangriff auf das, was den Menschen zum Menschen macht – die bewusste, vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Gott wird in Frage gestellt! Bis heute hat sich das nicht geändert, wie wir immer wieder feststellen müssen.

 

Sicher hätte Gott diese Begegnung der Frau mit der Schlange verhindern können. Doch was wäre damit bewiesen? Wer sich nicht entscheiden darf, ist nicht frei. Gott wollte aber freie Menschen – so wie er auch frei ist. Dazu mussten sie aber erst heranreifen. Sie waren jetzt gefordert, ihre Freiheit – wir nennen das heute selbstbestimmtes Leben – unter Beweis zu stellen.

 

Der Mensch musste wählen zwischen Vertrauen und Misstrauen. Er entschied sich. Die Folgen sind bekannt. Ist es nicht interessant, dass der Mensch immer dann, wenn er nicht bei der Wahrheit bleibt, in Schwierigkeiten gerät?

 

Hätte Gott den Menschen als Marionette geschaffen, er hätte nur springen können, wie der Marionettenspieler das wollte.

 

Hätte er einen Roboter geschaffen, der sich wohl frei bewegt, er hätte dennoch nur das tun können, was sein Schöpfer programmiert hätte.

 

Hätte er den Menschen als Sklaven geschaffen, er hätte nie gewagt, sich gegen das ausdrückliche Wort seines Herrn zu stellen.

 

Gott hat den Menschen als freies Wesen geschaffen mit der Möglichkeit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

 

Gott hat eine Persönlichkeit geschaffen! Und darauf sind wir als Menschen noch heute stolz! Wir sind Persönlichkeiten! Dies beinhaltet letztlich auch, dass der Mensch sich gegen seinen Schöpfer entscheiden kann. Für diesen Fall hat Gott dem Menschen bereits das Ziel seiner Entscheidung mitgeteilt, bevor er überhaupt in Gefahr war.

 

Nun wird hier von einem Fragesteller die Frage aufgeworfen:

 

„hm, ... wenn man Gott vergleicht mit einer Mutter die ein Kind bekommen hat und es allein lässt, bei der ersten Verfehlung?“

 

So ist es aber nicht!

 

Es ist bezeichnend für den Menschen, dass er nicht bereit ist, zu seinem Handeln zu stehen. Als der Mensch sich entschieden hat, sein Vertrauen in Gott aufzugeben, sich auf das Wort eines Anderen zu verlassen, merkte er bald, dass sich etwas verändert hatte. Wir lesen ab

 

1. Mose 3,7, ff

 

„Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.“

 

Als erstes verloren sie ihr natürliches Verhalten voreinander. In diesem Augenblick begann die Scham vor dem anderen Geschlecht, die wir interessanterweise bei jedem Kind wieder finden, wenn es in die Pubertät kommt.

 

„Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? „Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.“

 

Als zweites wird von der Furcht des Menschen gesprochen. Furcht war bis zu diesem Augenblick kein Thema. Der Mensch war bis dahin Gott ähnlich. Da hatte die Furcht keinen Platz. Jetzt aber, da das Vertrauensverhältnis zerstört war, war alles anders.

 

An dieser Stelle zeigt sich, dass der Fragesteller sich irrt.

 

Gott ließ den Menschen nicht allein.

 

Er geht auf ihn zu. Er sucht ihn und er spricht ihn an. Während der Mensch die Gemeinschaft zu vermeiden sucht, geht Gott den umgekehrten Weg. Auch wenn man sich vor Gott nicht verstecken kann – Furcht ist nicht angezeigt, wie die ganze Begegnung zeigt.

 

„Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?“

 

Während der Mensch sich zu verstecken sucht, deckt Gott auf. Er geht das Problem an, mit dem sich der Mensch herumschlägt. Er baut ihm eine Brü>Lass uns darüber reden!

 

Kein Wort des Vorwurfes, kein Wort der Verurteilung. Gott will, dass der Mensch Stellung bezieht. Dass er erkennt, was schiefgelaufen ist. Und wie nutzt der Mensch dieses Angebot?

 

„Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß.“

 

Wie sehr sich die Entscheidung gegen das Vertrauen in Gott auf den Menschen ausgewirkt hat, zeigt sich zum Dritten in dieser Aussage.

 

Ihm war klar, dass Gott Bescheid wusste und er versucht, sich feige selbst rein zu waschen, indem er der Frau die Schuld gab. Wir nennen das Selbstrechtfertigung! Verdrängung! Bis heute hat sich das Verhalten der von Gott getrennten Menschen nicht verändert.

 

Sie schieben die Schuld auf andere. Kann man sie anderen Menschen nicht anlasten, dann muss Gott herhalten. Dabei merkt der Mensch gar nicht, wie armselig solches Verhalten ist.

 

Selbst, als Adam sich zum zweiten Mal falsch entscheidet, hat Gott kein Wort des Vorwurfs. Nein, er wendet sich der Frau zu. Wie sieht sie das Ganze. Ist es nicht interessant, dass die angebliche Benachteiligung (Stellung der Frau in der Gesellschaft) der Frau hier nicht offenbar wird? Gott nimmt sie genauso wichtig, wie den Mann.

 

„Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan?“

 

Gott stellt ihr die gleiche Frage, wie Adam und – erhält die gleiche ausweichende Antwort.

 

Gott lässt den Menschen allein?

 

Nein! Der Mensch nutzt nicht seine Chancen, reinen Tisch zu machen. Gott reicht ihm die Hand. Er bittet den Menschen, sich seiner Stellung und Würde bewusst zu werden und entsprechend zu handeln.

 

Kein Wort des Vorwurfes, keine Verurteilung.

 

Aber was nutzt mir eine Brücke ans rettende Ufer, wenn ich nicht hinüber gehe?

 

„Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.“

 

Ob Mann oder Frau, keiner ist bereit, die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Lieber greifen sie beide zur Selbstrechtfertigung. Schade. Und so ist es bis heute. Nur wenige Menschen sind bis heute bereit, sich ihres Menschseins würdig zu erweisen und wie verantwortliche, selbstbestimmte Wesen zu handeln.

 

„Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. 

 

Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

 

Ist es nicht bezeichnend, dass Gott nicht den Menschen verflucht, sondern die Schlange? Gott gibt dem Menschen seine Chancen. Immer wieder. Warum? Hier muss man das Wort aus dem Johannesevangelium einfügen, um Gottes Beweggrund zu erfahren:

 

„So sehr hat Gott die Welt geliebt …“ (Joh. 3,16)

 

Liebe ist das Motiv des Handelns Gottes. Darum gibt er den Menschen immer wieder eine neue Chance, obwohl er diese immer wieder ausschlägt. Und wie es in diesem Wort heißt, wirbt Gott immer wieder um Vertrauen. Nein, er befiehlt kein Vertrauen, er wirbt darum.

 

Er lässt dem Menschen immer noch die freie Entscheidung. Das nenne ich eine Größe, von der die meisten Menschen keine Vorstellung haben.

 

Der Fragesteller zeigt schon sehr deutlich auf, wie wir reagieren würden:

 

„Hallo? Wenn es jemandem einfallen würde, in meinem Namen zu morden, zu stehlen und was weiß ich noch alles, na, dem würde ich aber was erzählen.“

 

Im Folgenden wird aber dennoch klar, dass die Entscheidung des Menschen für ihn nicht folgenlos blieb. Es wäre auch ein Unding, wenn wir nach Belieben handeln könnten, ohne die Konsequenzen unseres Handelns zu spüren:

 

„Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. 

Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen!

Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 

Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

 

Der Mensch wird nicht verflucht.

 

Aber sein Handeln hat weitreichende Folgen. Beschwerlichkeit in der Schwangerschaft kennt wohl jede Mutter und die Schmerzen bei der Geburt. Auch wenn heute manches leichter geworden ist. Diese Grundaussage hat sich bis heute nicht geändert.

 

Der Erwerb des Lebensunterhaltes für die Familie ist bis heute mühsam. Wie viele arbeiten über ihre Kräfte hinaus. Oft meinen wir, dass man das alles nicht mehr bezahlen kann, was man zum Leben braucht.

 

Schließlich wird der Tod dem ein Ende bereiten. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Anfänge eines Lebens ohne Gott. Auch wenn wir manchmal meinen, schlimmer könne es nicht kommen – doch es kann – und wird.

 

Aber es steht auch das Angebot Gottes für jeden Einzelnen fest, dass er aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.

 

Er muss sich nur entscheiden!

 

Es ist nötig, sich wieder auf Gott auszurichten, um von ganz unten nach ganz oben zu kommen. Trifft der Mensch diese Entscheidung, setzt Gott den gesamten Himmel in Bewegung, diesen Menschen dabei zu unterstützen.

 

Johannes

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