"Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend
anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen ...
Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du davon
issest, musst du des Todes sterben ...
Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im
Garten?
Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß
ihr nicht sterbet.
Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was
gut und böse ist.
Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr
war, auch davon und er aß ...
Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht des Herrn unter den Bäumen im
Garten." (1. Mose 2,9.16.17; 3,1-6.8)
Was kann doch in einem Augenblick alles geschehen! 18 Sekunden nur dauerte das Erdbeben von Agadir, und von der blühenden Stadt blieb nichts weiter als ein Trümmerhaufen. Ähnlich ging es den Menschen
in Pakistan, oder in der Türkei. Das Beben dauerte gerade mal 2 Minuten. Gem. WHO waren davon ca. 23 Millionen Menschen betroffen. Über fünfunddreißigtausend verloren ihr Leben.
Nur einen Augenblick ließ sich der Fahrer des Wagens ablenken, sein Handy klingelte - da war das Unheil geschehen! Massenkarambolage mit Toten und Verletzten. Nur einen Augenblick hielt die Mutter
ihr Kind nicht an der Hand - und es rannte in den Tod!
Wie entscheidend kann ein einziger Augenblick für ein ganzes Leben sein!
Das ist ja das Erschütternde an der Sündenfallgeschichte, daß der Mensch in
einem Augenblick sein ganzes Glück verspielte. Die Fehlentscheidung eines Augenblicks stürzte ihn aus der Gottesgemeinschaft in die Gottesferne und riss dabei die ganze nachfolgende Menschheit in
diesem Strudel mit.
Wer dies beim Lesen der Sündenfallgeschichte begreift: Hier geht es um mich, hier bin ich nicht nur bloßer Zuschauer, sondern Mitspieler, hier geht es auch um Fehlentscheidungen und Niederlagen
meines eigenen Lebens, dem vergeht alles Lächeln über diese "alte Geschichte", der kann das alles nur mit innerem Erbeben lesen und hören.
Ja, die erste Versuchung geschah unter einem Baum, unter dem "Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen". Zu diesem Baum wollen wir miteinander gehen.
Doch es ist kein gedanklicher Weg, der uns um Jahrtausende zurückführt. Es ist der Weg ins eigene Herz. Wo steht dieser Baum? Mitten im Garten, um geben von vielen anderen Bäumen. Am Rande des Gartens war er gar nicht zusehen. Andere Bäume verdeckten ihn.
Eva aber wusste genau, wo er stand: in der Mitte des Gartens. Auch wir wissen, wo dieser Versuchungsbaum in unserem Leben steht. Jeder kennt seine wunde Stelle. Damit der andere sie aber nicht entdeckt, pflanzen wir viele schöne Bäume um den Baum mitten im Herzen.
Niemand mag die verborgene Not unseres Lebens kennen, die Niederlagen, die Abhängigkeiten, von denen wir uns manchmal sehnlichst lösen wollen und doch nicht können. Wieviel Not bereitet uns doch die Sünde!
Und dennoch geben wir ihr immer wieder Raum in unserem Herzen, wohl wissend, daß wir dabei nicht glücklich werden. Manchmal hassen wir sie, und manchmal lieben wir sie. Das macht den Kampf oft so schwer und aufreibend.
Es gibt einen, der schaut durch das Gestrüpp unseres Lebens, weiß um den einen Baum, der uns friedlos und unglücklich macht. Unsere Mitmenschen mögen in ihrer Oberflächlichkeit und Gleichgültigkeit nichts davon merken, wie es wirklich in uns aussieht.
Da ist einer, dem bleibt nichts verborgen. Wenn Jesus vor uns stehen bleibt, redet er mit uns nicht über das Wetter oder die Mode, die neuesten Sportergebnisse, oder wer mit wem was hat, sondern über den einen Baum in der Mitte unseres Lebens. Da geht es um das Entscheidende:
"Eines fehlt dir noch!"
Wir erinnern uns an den jungen, reichen Mann, der eines Tages zu Jesus kam und ihn fragte:
"Meister, was muss ich tun, um in das Reich Gottes zu kommen?"
Jesus sagt zu ihm:
"Halte dich an die Ordnung Gottes!"
und er antwortet:
"Kein Problem, mach ich schon!"
Die Bibel bringt das so menschlich rüber:
„Jesus sah ihn an und liebte ihn.“
Ein liebenswerter, junger Mann, der noch das ganze Leben vor sich hat. Doch Jesus sagt zu ihm:
"Eines fehlt dir noch! Verkaufe, was du hast und gib es den Armen und dann komm und folge mir nach!"
Da merkt dieser junge Mann, welches sein "Baum in der Mitte seines Herzens"
ist. Er wendet sich ab und geht traurig davon.
Plötzlich ist die Stunde der Entscheidung da. Bonhoeffer sagte:
"Plötzlich ist der Zweifel ins Herz gesät, plötzlich ist alles ungewiss,
so sinnlos, was ich tue, plötzlich werden längst vergangene Sünden in mir lebendig, als seien sie heute geschehen, und quälen mich und verklagen mich, plötzlich ist die böse Lust
erwacht."
Die Bibel kennt drei Bezeichnungen für den Augenblick der Versuchung:
"die Stunde der Versuchung" (Offenbarung 3,10),
"der böse Tag" (Epheser 6,13) und
"die Macht der Finsternis" (Lukas 22,53)
Nun war also die Stunde der Versuchung für die ersten Menschen gekommen, und sie wussten es wahrscheinlich nicht einmal. Wie sollte ein harmloses Schwätzchen unterm Baum versucherisch sein? Ja, hätte
der Versucher ihnen zugeflüstert:
"Ich will euch zum Ungehorsam verführen! Wir wollen kräftig miteinander sündigen!",
da hätte er bei ihnen schlechte Karten gehabt. Aber so kommt Satan nie. Das
ist gerade der Ernst der Versuchung, daß sie harmlos an uns herantritt, undurchsichtig in ihrer Zielsetzung. Der Versucher will scheinbar nichts anderes, als mit Eva ins Gespräch kommen. Er will mit
ihr ein wenig über den Baum in der Mitte des Gartens plaudern.
"Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?"
So eröffnet Satan sein Gespräch. Es ist wie der erste Zug einer Schachpartie, in der es um das Leben geht. Wie schillern doch seine Worte, wenn wir sie nach anderen Übersetzungen hören:
"Hat Gott wirklich gesagt, ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" (Bruns) oder:
"Sollte Gott wirklich gesagt haben: Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens
nicht essen?" (Menge)
Heute würde die Frage vielleicht lauten:
"Sollte Gott wirklich gemeint haben, ihr müsst alles Leid und alle Schmerzen ertragen?" oder:
"Sollte Gott wirklich gemeint haben, ihr müsst durch die Hölle gehen, bevor ihr krepiert? Nein, Ihr habt das Recht, dem Leben ein Ende zu setzen, wann es euch beliebt. Das Leiden kann doch nicht der Wille Gottes sein!"
Wir denken dabei an die aktuelle Diskussion um die „aktive Sterbehilfe“.
Um zwei Dinge geht es dem Versucher.
Entweder redet er uns ein, daß wir aber auch von gar keinem Baum der reichen Schöpfung Gottes essen dürfen, oder er flüstert uns zu:
Du darfst von allen Bäumen im Garten hemmungslos genießen. Gott ist doch nicht
so kleinlich und verbohrt, immer nur Schranken und Grenzen und Verbotstafeln aufzurichten. Wie sollte denn schlecht und verwerflich sein, was er selbst geschaffen hat?
Wenn er aber nicht erreichen kann, daß wir schrankenlos von allen Bäumen genießen, dann will er uns jeden Baum verwehren, damit unser Leben freudlos und gehemmt wird.
Satan will uns entweder zum Sünder machen, der an sich selbst verzweifelt - das Ende ist nicht selten die Psychiatrie oder der Selbstmord -, oder zum "Heiligen", der Jesus nicht braucht.
Er will uns entweder
knechtisch ans Gesetz fesseln oder der "billigen Gnade" verschreiben,
entweder mutlos oder
selbstsicher machen, entweder sklavisch binden oder völlig enthemmen,
entweder zum Schwarmgeist oder zum gefühllosen Rechner
werden lassen.
Und Eva? Durchschaut sie nicht das böse Spiel? Sie diskutiert eifrig mit! Ein Verhalten, das auch heute an der Tagesordnung ist. Über alles und jedes wird diskutiert, doch selten kommt etwas Gutes
dabei heraus.
"Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des
Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!"
Das war der zweite Schachzug Satans: nachdem sie nun schon mit ihm über den Baum gesprochen hat, soll sie diesen auch
getrost einmal berühren. Nicht davon essen, nein, nur einmal berühren. Was ist schon dabei, wenn sie einmal den Stamm des Baumes befühlt und seine Blätter zwischen ihren Fingern spielen lässt? Ist
denn das Berühren des Baumes Sünde? Haben wir beim Lesen des Schriftwortes bemerkt, dass Gott nichts gesagt hat vom Berühren?
Wird heute nicht gefragt: Ist es denn Unrecht, wenn wir uns Gedanken darüber
machen, dem Menschen einen selbstbestimmten, leichten Tod zu verschaffen? Wir wollen doch nur sein Bestes!
Haben wir uns erst einmal in die Nähe des Baumes gegeben, dann rauscht das Blut, die Neugier flackert auf, die Leidenschaften werden wach. Im Hochspannungsbereich des gefährlichen Baumes ist unsere
Entscheidungskraft geschwächt.
Wer mit dem Baum "mitten im Garten" liebäugelt, begibt sich in eine
gefährliche Lage. "Berühr nicht den Baum" heißt doch: komm ihm nicht zu nahe, begib dich nicht aufs Glatteis; denn "wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um".
Wer erst einmal mit dem "Tod auf Bestellung" geliebäugelt hat überschreitet schnell die Grenze, an der es kein Zurück mehr gibt. Niemand gibt dann mehr die Garantie, daß sich die Vorgänge der
Vergangenheit nicht wiederholen, vielleicht sogar übertroffen werden.
Wer mit seinen Augen auf den gefährlichen Baum "blickt", wird bald mehr haben wollen als nur den vielversprechenden Anblick, nämlich den lustvollen "Augenblick" selbst.
"Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre ..."
Mit keinem Wort fordert der Versucher Eva auf, von der verbotenen Frucht zu
essen. Aber eines weiß er: Wenn sie erst unter dem Baum steht, wenn ihre Hände den Baum und die Blätter berühren, wenn sich ihre Augen an den Früchten festsaugen: Ja, dann kommt auch der dritte
Schritt; dann wird sie nehmen und essen.
Halt! Zurück! Nicht einen Schritt weiter! so möchten wir ihr zurufen, ihr in den Arm fallen. Wie schwerwiegend ist jedes Wort, das nun folgt:
"Und sie nahm von der Frucht und aß - und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß."
Gedrängt, in atemberaubender Kürze rollt das verhängnisvolle Geschehen vor uns
ab.
Doch wir stehen nicht einfach als betrachtende Zuschauer dabei, sondern als Schuldige unter unserem "Baum". Wie oft hat uns Satan mit dem Gesetz der "kleinen Raten" überlistet!
Wie oft haben wir unsere Hand ausgestreckt, sind der Lust des Herzens gefolgt
und nicht dem Gebot Gottes, der Stimme des Gewissens! Wir alle haben von der verbotenen Frucht gegessen, sind ungehorsam gewesen, schuldig geworden.
Es ist schon so, wie Paulus schreibt: "Durch einen Menschen (Adam) ist die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde der Tod. Er hat alle Menschen erreicht, weil sie alle gesündigt
haben." (Römer 5,12)
Nach dieser verhängnisvollen Fehlentscheidung, nach diesem "entscheidenden Augenblick", versteckten sich Adam und Eva mit ihrem schlechten Gewissen hinter einem Gebüsch. Wie geschickt von
Satan:
Neben jedem Versuchungsbaum hat er einen Busch zum Verstecken bereit! Dort soll der Mensch mit seiner Sünde allein bleiben. Solange die Sünde in der Heimlichkeit des Herzens lebt, breitet sie sich aus, greift um sich wie ein Krebsgeschwür, beherrscht und bindet den Menschen.
Sie verschließt uns die Lippen, daß wir das entscheidende Wort nicht sprechen,
das die große Erleichterung bringen könnte. Sie belastet Herz und Gewissen. Wie furchtbar, wenn ein Mensch nur noch sich selbst und seine Sünde hat, die ihn beunruhigt und anklagt!
Haben wir doch den Mut, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen! Ob es nicht an der Zeit ist,
endlich hinter dem Busch hervor zu kommen, hinter dem wir uns versteckt haben?
Wenn es doch einen Baum gäbe, aus dessen Ästen nicht mehr der Versucher mit uns redete. Wie viele junge und alte Menschen werden nicht fertig mit dem "Baum in der Mitte des Gartens", erliegen in der
"Stunde der Versuchung". Da ist nicht einer, der nicht gefallen wäre.
Einen müssten wir haben, dem wir die ganze Schuld unseres Lebens vor die Füße legen könnten, ohne dass er uns hinwegstieße. Gott sei Dank! Diesen einen gibt es!
"Es ist in keinem anderen Heil, kein Name ward uns sonst zuteil, darin wir selig werden." (Gerok)
Dieser Eine ist Jesus Christus, unser Heiland und Erlöser!
Als er in Bethlehem geboren wurde, da war er noch nicht unser Erlöser. Das musste er erst werden. Und er ist es geworden in den ungezählten Versuchungen seines Lebens. Neben all diesen Versuchungen
war wohl dies die schwerste, die ihm begegnen konnte:
Da hing er am Kreuz auf der Hinrichtungsstätte Golgatha. Unter sich eine riesige Volksmenge, die zu ihm hinaufbrüllte:
"Wenn du Gottes Sohn bist, dann steig doch herab vom Kreuz!"
Was lag näher als das, wo es doch um sein eigenes Leben ging. Wenn er in dieser Stunde vom Kreuz gestiegen wäre - das wäre die Sensation gewesen. In Windeseile hätte sich dieses Ereignis im gesamten römischen Reich verbreitet. Vielleicht wäre das eine Pilgerstätte geworden.
Aber heute würde kein Mensch mehr von diesem Jesus reden. Er wäre Geschichte geworden.
Doch er blieb oben. Warum nur?
Seine Liebe zu einer verlorenen Menschheit hielt ihn dort oben. Seine Liebe zu Dir und zu mir. Weil er oben blieb, hat er vielen Menschen die Befreiung gebracht von der erdrückenden Last der Sünde. Weil er oben blieb haben auch wir wieder Hoffnung für unser Leben.
Mit ihm kann unser Leben neu beginnen. Wir haben wieder eine Zukunft.
"Darum, weil er selbst gelitten hat und versucht worden ist, kann er denen helfen, die versucht werden." (Hebräer 2,18)
Es gibt also diesen Einen, bei dem wir die ganze Last des Lebens und alles Versagen niederlegen können.
"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen."
(Johannes 6,37)
Da war jener Aussätzige, der in den Müllhalden der feinen Gesellschaft lebte. Aussatz - die schlimmste Krankheit, die man sich zu jener Zeit vorstellen konnte. Ein Aussätziger war ein Ausgestoßener.
Er hörte, daß Jesus in der Nähe war.
Seine ganze Hoffnung setzte er auf ihn, weil er schon viele Geschichten über die Wunderkräfte dieses Lehrers gehört hatte. Und er läuft zu ihm. Als er in die Nähe Jesu kommt, sieht er die große Menge, die diesen berühmten Lehrer hören will.
Als sie ihn kommen sehen, schreien sie ihn an, er solle verschwinden, er hat bei ihnen nichts zu suchen. Doch er lässt sich nicht beirren. Er läuft weiter. Sie machen vor ihm Platz.
Nicht dass sie wollten, dass er schneller zu Jesus kam. Nein, sie hatten
Angst, er könnte sie anstecken. Sie heben Steine auf und werfen nach ihm, um ihn zu vertreiben. Doch alles hilft nicht. Er will nur zu Jesus, seiner einzigen Hoffnung.
Es dauert nicht lange und er steht vor Jesus. Die schockierte Menge steht starr und beobachtet, was jetzt wohl passiert. Wenn dieser Jesus so ein großer Prophet ist, muss er doch wissen, daß schon
die Nähe eines Aussätzigen ein Todesurteil bedeuten kann. Was wird er tun?
Und Jesus geht auf den Mann zu, der vor ihm niedersinkt und ihn bittet, ihm zu helfen. Er geht auf ihn zu und berührt ihn. Hören wir den Aufschrei des Entsetzens dieser großen
Volksmenge?
Jesus lässt sich nicht beirren und - er heilt diesen Menschen. Wo alle sich von ihm abwenden, nichts mit ihm zu tun haben wollen, kommt Jesus ihm ganz nah, hautnah und er heilt ihn. Heißt diese Geste nicht:
Ich liebe dich?
Das ist Liebe. Hier zeigt Gott so eindrücklich sein Wesen. Und er ruft seine Nachfolger auf, es ihm gleich zu tun. Wenn
andere die Augen vor der Not der Menschen verschließen, sollen wir uns ihnen zuwenden und ihnen helfen. Das ist wahres Christentum.
Eigentlich gibt es nur zwei Versuchungsgeschichten in der Bibel. Die eine zeigt, wie kläglich wir versagt haben, als wir gefordert waren, die richtige Entscheidung zu treffen.
Die andere zeigt uns, wie Jesus Christus in selbstloser Liebe selbst die
größte Versuchung übersteht und uns damit ein neues Leben schenkt.
Bei der Versuchung der ersten Menschen setzte der Böse alle Mittel seiner List ein, um den Menschen zu täuschen und ihn dazu zu bringen, von dem Baum zu nehmen und zu essen, Gott ungehorsam zu
werden. Und es gelang ihm.
Heute setzt er wieder alle Mittel seiner List ein. Diesmal aber um zu
verhindern, daß der Mensch die Verbindung zu Jesus Christus aufnimmt. Fernhalten will Satan uns von Jesus, von seiner Liebe und Vergebung, von der wunderbaren Verheißung der Heiligen Schrift:
"Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder; und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn
sehen, wie er ist." (1. Johannes 3,2)
Mit glänzenden Nichtigkeiten füllt Satan unsere Hände, damit sie nicht frei sind, den Herrn Jesus ganz zu fassen. Damit wir nie die Erfahrung machen, die er verheißen hat:
" Durch Christus seid ihr dazu berufen, frei zu sein, liebe Brüder und Schwestern! Aber benutzt diese Freiheit nicht als Deckmantel, um
eurem alten selbstsüchtigen Wesen nachzugeben. Dient vielmehr einander in Liebe." (Gal. 5,13)
Liebe fragt nicht:
"Was bekomme ich, wie kann ich mich noch besser profilieren!"
Liebe wendet sich dem zu, der unserer Hilfe bedarf. Lassen wir uns mit hineinnehmen in diese Liebe?