Habt ihr in der letzten Zeit einmal genau hingehört, wie draußen alle Vögel singen? Das schöne Wetter dieses Frühlings
lässt nicht nur die Vögel jubilieren, nein, auch die Natur hat ihr schönstes Kleid angezogen. Überall grünt und blüht es. Fällt uns dazu nicht das wunderbare Lied über das Lob des Schöpfers
ein:
"Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die du geschaffen durch dein Allmachtswort,
wenn ich auf alle jene Wesen achte,
die du regierst und nährest fort und fort,
dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu: wie groß bist du!
Dann jauchzt mein Herz dir, großer Herrscher zu: wie groß bist du!"
(aus dem Schwedischen von Manfred von Glehn, 1867 - 1924)
Wir kennen es alle, darum lasst es uns zu Beginn dieses Gottesdienstes gemeinsam singen.
Gott sagt uns in seinem Wort: „Ich habe euch schon immer geliebt, darum bin ich euch stets mit Güte begegnet.“ (Jeremia 31,3). Liebe war das Motiv, aus dem Gott uns gemacht hat. Liebe war es, die dem
Menschen eine Heimat gab, den Garten Eden. Der Mensch durfte allen Geschöpfen einen Namen geben. Welche Ehre.
In den Psalmen wird beschrieben, wie die gesamte Schöpfung Gott lobt. Ein jedes auf seine Weise.
Halleluja - lobt den Herrn! Lobt den Herrn im Himmel, lobt ihn dort in der Höhe!
Lobt ihn, alle seine Engel, lobt ihn, ihr himmlischen Heere!
Lobt ihn, Sonne und Mond, lobt ihn, ihr leuchtenden Sterne! Lobt ihn auch im fernsten Weltall,
lobt ihn, ihr Wassermassen über dem Himmel!
Sie alle sollen den Herrn loben! Denn auf seinen Befehl wurden sie erschaffen.
Er wies ihnen für alle Zeiten ihren Platz im Weltall zu und gab ihnen feste Gesetze, denen sie für immer unterworfen sind.
Lobt den Herrn auf der Erde! Lobt ihn, ihr Walfische und alle Meerestiefen!
Lobt ihn, Blitze, Hagel, Schnee und Nebel, du Sturmwind, der du Gottes Befehle ausführst!
Lobt ihn, ihr Berge und Hügel, ihr Obstbäume und Tannen!
Lobt ihn, ihr wilden und ihr zahmen Tiere, ihr Vögel und alles Gewürm!
Lobt ihn, ihr Könige und alle Völker, ihr Herrscher und Machthaber dieser Welt!
Lobt ihn, ihr jungen Männer und ihr Mädchen, Alte und Junge miteinander!
Sie alle sollen den Herrn loben, denn er allein ist hoch erhaben. Seine Majestät erstreckt sich über Himmel und Erde!
Er hat seinem Volk wieder Kraft und Hoffnung geschenkt. Deshalb lobt ihn Israel. Es ist das Volk, das ihm am nächsten
steht und treu zu ihm hält. Halleluja! (Psalm 148)
Der Schöpfungsbericht berichtet nicht nur von einem Ablauf der Schöpfung Gottes, sondern er liefert so viele Details, dass du erkennen und bekennen kannst:
Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat, zusammen mit der ganzen geschaffenen Welt.
Gottes Schöpfung hat nicht aufgehört sich zu verwirklichen. Noch immer gilt Gottes Wort: - Es werde!
Und aus dem Wirken des Wortes wächst Neues, dass man sagen kann: - Es ward!
Ist es nicht interessant, dass es nicht einen Menschen gibt, der dem anderen ohne Ausnahme gleicht? Irgendein Unterschied besteht immer, selbst wenn er noch so klein ist. Jeder Mensch ist also
einzigartig. Und das, obwohl Gott nicht jeden einzelnen Menschen persönlich formt, wie er es bei Adam und Eva getan hat.
Auch wenn Gott sein Schöpfungswerk mit dem siebenten Tag beendet hat, hat er nicht aufgehört, zu handeln.
Bedenken wir, mit der Entscheidung Adams und Evas, ohne Gott leben zu wollen, haben sie sich Probleme geschaffen, die sie nie überwunden haben. Gott bot ihnen – und er bietet auch uns – seine Hilfe
an.
ER gibt mir Geborgenheit in Lebensangst.
Gott gibt mir Hoffnung in Ausweglosigkeit.
ER gibt mir neues Leben im Fieber tödlicher Krankheit.
Das und vieles mehr gehört für mich bis heute zu Gottes Schaffen. Nicht nur, dass mein Leben in Gottes Willen seinen Anfang genommen hat.
Und nun sagt er mir in seinem Wort:
“So entstanden Himmel und Erde, so wurden sie geschaffen.“ (1. Mose 2,4)
Die belebte und unbelebte Welt und wir Menschen. Du und ich, wir sind sein Werk. Nur leider sind wir nicht mehr so, wie
er uns einst gewollt hat, vollkommen. Drum drückt uns hier ein Zipperlein und dort kommen wir nicht mehr richtig von der Stelle.
Nein, mit unserem Leben sind wir all zu oft kein Ebenbild Gottes mehr. Im Ungehorsam gegen Gottes Auftrag zeigt unser Spiegel des Gewissens viele Flecke und Risse, die das Ebenbild Gottes nicht mehr
erkennen lassen.
Das gilt nicht nur für Führungspersonen, Gruppen und Völker, die aus dem Auftrag, über die Schöpfung zu herrschen, eine Rechtfertigung für Besitzansprüche und Eigennutz gemacht haben. Erhebt nicht
fast jeder irgendwelche Besitzansprüche aus Eigennutz?
Wer seine Verantwortung für die Schöpfung vor Gott nicht mehr sieht, verliert leicht auch die Achtung für seine Mitmenschen, die nicht in sein Herrschaftsprogramm passen. So werden Gewalt, Konflikte,
Kriege und Vernichtung von Volksgruppen zum Mittel, um sich die Erde untertan zu machen.
Dabei meint herrschen ein Handeln, das in Verantwortung vor Gott schützen und bewahren des Anvertrauten sein sollte! Nicht nur den Mitmenschen gegenüber haben wir unsere Verantwortung aus den Augen
verloren.
Auch im Umgang mit der Natur wird deutlich, wie sehr wir als Menschheit unseren Gottesauftrag verfehlt haben. Unser Ungehorsam gegen Gottes Auftrag, im Kleinen wie im Großen, hat Gottes Schöpfung
vergänglich werden lassen. Immer mehr Arten an Pflanzen und Tieren gehen für immer verloren, werden ausgerottet.
Aber Gott bleibt sich treu. Er nimmt seinen Auftrag an die Menschen nicht zurück! In seiner Geduld und Liebe setzt er immer wieder neu an, wenn wir versagt haben. Er gibt uns immer wieder eine neue
Chance. Jeder Mensch hat diese Chance.
Gott hat seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, als das Licht, das alle Finsternis überwindet. Durch seine Auferstehung haben wir wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft, als sie uns von
Menschen fabriziert werden kann. Mit seinem stellvertretenden Tod hat er dem Tod die Macht genommen. Er war treu und hätte nie sterben müssen. Er tat es für uns, damit wir wieder leben können. Die
Mächte der Finsternis sind überwunden.
Jesus hat in seiner Auferstehung den Anfang einer neuen Schöpfung gesetzt, bei deren Vollendung es eine Welt ohne
Finsternis geben wird. Im Glauben an Jesus werden wir in den Anfang der neuen Schöpfung hineingenommen. Gott schafft alles neu. Diesmal formt er nicht mit seinen Händen einen neuen Menschen. Diesmal
geschieht es durch Tod und Auferstehung, wie bei Jesus.
Davon spricht Paulus in seiner Botschaft an die Gemeinde in Korinth:
"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur (neue Schöpfung), das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." (2. Korinther 5,17)
Wir leben heute im Spannungsbogen zwischen der vergehenden alten Schöpfung und dem Werden der neuen Schöpfung. Paulus war sich dieses Kampfes bewusst, als er sagte:
„Das Gute, das ich tun will, tue ich nicht. Das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich.“ Das Alte gibt nicht einfach
auf, es will überwunden werden.
Doch durch den von Jesus geschenkten Geist Gottes können wir in Jesu Gemeinschaft bereits Werke der Liebe Gottes an der Mitschöpfung und an unsere Mitmenschen tun. Darin leuchtet etwas von der
kommenden Vollendung als Ebenbild Gottes auf. Und diese Vollendung wird kommen, mit der Vollendung der neuen Schöpfung beim sichtbaren Wiederkommen Jesu.
In dankbarer Hoffnung dürfen wir bereits jetzt Gott für diese kommende Schöpfung danken und preisen. Wir können in der vergehenden Welt, im Handeln aus der Liebe Gottes, die kommende Welt bezeugen -
zur Ehre Gottes, des Schöpfers.
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1. Kommt, stimmet alle jubelnd ein: |
(Lied, Autor: Ernst Gebhardt (1832 - 1899))